28.2.17

Erleichterung





  






Erleichterung

Manche Winter schicken uns
bevor sie endgültig gehen
des Nachts
einen letzten Sturm

graupeln aus Wolkenwänden
als wollten sie
die Wiesen
versalzen mit grobem Korn

wie es einst
die Römer taten
mit den Feldern um Karthago
sie fruchtlos zu machen

Vergeblich: Am Morgen
verliert sich der Blick
erlöst
im vertraut treibenden Grün

6.2.17

Begründung für ein Gedicht











Begründung für ein Gedicht
am Ende eines schweren Tages 

Es bleibt nur der Abend für ein Gedicht.
Ist es still, können Worte in mir gleiten, 
ganz leicht, wie die Segel im Dämmerlicht 
zwischen Jetzt, Später und Vergangenheiten. 

Ich schürfe nach ihnen, suche nach Gold. 
Nicht wie einst, fern im Westen mit den Rinnen 
aus Holz, doch mit Reimen, Versen. 
Gewollt und ersehnt.
Schreibend will ich sie gewinnen.

Warum? Sie zu zähmen in ihrem Drang, 
diesem Tag sich verdunkelt preiszugeben 
als Schmerz und Strapaze, als Niedergang. 
Dass ihr Klang wieder Hoffnung trägt ins Leben. 

20.1.17

Am Denkmal



Quelle: Internet











Am Denkmal
  
Mitten in der Stadt 
Namenlose 
Stelen aus Stein 
Schlagen an ihre Ufer
Als Wellen
Aus Sterben und Leid

Erinnerung
Reitet auf ihnen
Und die Schande 
Derer vor uns  
Strömt darüber 
Auch dieser Tage
Da ewig Gestrige
Sie fluten wollen 
Mit Vergessen 

„Shalom“
Ruft mein Enkel
und tobt fröhlich
lachend umher
zwischen dem Grau - 
Ich winke

16.1.17

Spaziergang zu dieser Zeit


Quelle: Internet

Spaziergang zu dieser Zeit

Es ziehen Gänse. Unerwartet.

Ein später Herbst im Januar. 
Schnee sprenkelt spärlich braune Wiesen, 
der Himmel bläut als Larimar
erheitert über Winterbirken, 
die leergefegt und frostbereift 
sich zu ihm strecken wie nach Sternen, 
als hätten sie längst abgestreift, 
was sie begrenzte voneinander 
auf diesem Fleck in engem Land, 
durch das ich gehe und noch träume, 
von dem, was mich mit ihm verband.

Ich schaue in die schlanken Bäume.


Der Larimar ist ein blauer Stein aus dem karibischen Raum.

Vielen Dank an die österreichische Lyrikerin Evelyn Weissenbach
für das erneute Einlesen eines meiner Texte:
http://files.feedplace.de/lyriclove/elke_spaziergang.mp3 

10.1.17

Für Nour - Gereimt



Barlach- Museum Güstrow - Frierende













Für Nour - Gereimt


Bomben. Zerstört die Heimat. Dein Haus.
Trümmer um dich. Und in dir.
Hinaus!

Schreie. Verstummt und gellend. Ins Licht.
Fliehen. Es birst euch die Nacht.
Zerbricht.

Hoffen. Auf Schlaf und Stille. Den Stern.
Frieden. Der Leben verschenkt.
So fern.

"Nour" ist aus dem  Arabischen und bedeutet "LICHT"